Hans Hüber

Hans Hüber wurde als Johann Anton Wenzel Hüber am 14. Juni 1891 im westböhmischen Mies/Stříbro, in der Region Pilsen
geboren und starb am 4. November 1973 in Wien. Sein gleichnamiger Vater (*1855), war Buchhalter in der örtlichen
Sparkassa, die Mutter, Anna Statzenberg (* 1862), brachte 1887 seine Schwester Maria Anna und 1889 Anna Maria
Katharina zur Welt. Dem Beispiel des Bruders seines Vaters, Ignaz Hüber (1851-1920), folgend, zog auch der junge
Hans Hüber in die Donaumetropole Wien, um hier seinen Bildungsaufstieg zu absolvieren. Er wählte das Fach Anglistik
und besuchte die Universität zwischen 1909 und 1914 . Der Akademiker arbeitete in der Folge wie sein Onkel als
Pädagoge. 1913 blickte Ignaz Hüber bereits auf eine 40-jährige Erfolgslaufbahn als Romanist zurück, die dem Schuldirektor
auch vonseiten Frankreichs den besonderen Ehrentitel eines Officier de L´Académie einbrachte. Nicht zufällig hatte der
vielsprachige Onkel, dem man auf Grund seiner Verdienste 1917 das Wiener Bürgerrecht verlieh die frankophone
Schweizerin Cécile Parrat geheiratet. Gemeinsam mit Hans Hübers späterer Ehefrau Cäcilie Bertha Hrdlicka waren
diese vier multilingualen Familienmitglieder nicht nur über ihre sprachliche Leidenschaft eng miteinander verbunden,
sondern wohnten auch an der gemeinsamen Adresse Ferdinandstraße 31 im zweiten Bezirk.
Hans Hüber unterrichtete 1916 als Bürgerschullehrer für den 15. Bezirk . In der Zwischenkriegszeit profilierte sich der
Professor darüber hinaus als Sprachpädagoge an den Wiener Volkshochschulen. 1918 heiratete er Cäcilie Bertha Hrdlicka
(1892-1976), die ebenfalls aus einer Lehrerfamilie stammte. Tochter Marie Rose (1919-1999) kam ein Jahr nach der Hochzeit
zur Welt.
1925 findet man ihren Vater Hans Hüber als Leiter einer von damals 14 existierenden theosophischen Logen in Österreich.
Im gleichen Jahr erfolgte zusammen mit seiner Frau der vorübergehende Austritt aus der römisch-katholischen Kirche
(Wiedereintritt 1933). Hans Hüber war regelmäßig als Vortragender aktiv und versuchte die philosophischen Aspekte
der Theosophie auf Unterricht und Erziehung anzuwenden. So wählte er 1921 bei einem seiner öffentlichen Ausführungen
den Titel „Die Eltern und die neue Erziehung. 1925 wurde Hans Hüber wie später auch seine Frau, Mitglied in der Loge
Vertrauen der gemischten Freimaurerei des Le Droit Humain. Hier avancierte er 1931 zum Vorsitzenden.
Regelmäßig findet man den Pädagogen, der am Grillparzergymnasium im 14. Bezirk unterrichtete, in den 1930er Jahren auch
als Vortragenden an der Volkshochschule Ottakring und ihrer Zweigstelle in Simmering. 1905 errichtet, war die
Volkshochschule Ottakring die erste Abend-Volksuniversität Europas und genoss internationale Anerkennung. Nicht
zufällig engagierten sich in den zahlreichen Volksbildungsvereinen von Anfang an viele Freimaurer. Bereits seit
der Aufklärung war es ihnen ein Anliegen, die Dominanz der Kirche in den Schulen durch emanzipatorische Bildungsinhalte
zu ersetzen. Der didaktische Reformkurs der jungen Republik wurde jedoch durch den Bürgerkrieg des Jahres 1934 beendet.
1938 kam es zur Schließung der Volksbildungszentren und allen anderen Institutionen der Wiener Erwachsenenbildung.
Vortragende, die dem nationalsozialistischen Regime ungebeten erschienen wurden unverzüglich entlassen. Darunter befanden
sich jüdische Personen, zahlreiche Mitglieder der Sozialdemokratie und auch Freimaurer wie Hans Hüber. Nach dem Einmarsch
Adolf Hitlers in Österreich unterstellte man die Stätten der liberalen Volksaufklärung der DAF, der Deutschen Arbeitsfront
und damit der NS-Propaganda. Im Kursjahr 1938/39 bedeutete dies etwa an der Volkshochschule Ottakring für mehr als ein
Drittel der Vortragenden das Ende ihrer Tätigkeit. Mit der „Gleichschaltung“ des Kursangebots, der ideologischen Ausrichtung
ihrer Vortragenden und nach zahlreichen Entlassungen kam es, ebenso wie an den Universitäten auch in der Volksbildung zu
einem nachhaltigen Verlust humanistischer und aufklärerischer Inhalte.
Sowohl Hans als auch seine Frau Cäcilia Hüber engagierten sich als Unterrichtende, die politische Lage räumte ihnen
dafür jedoch nur ein kurzes Zeitfenster ein. Ihre Tätigkeit fand durch Austrofaschismus und Nationalsozialismus ein
verfrühtes Ende. Informationen zu Hans Hübers weiterem Leben sind derzeit nicht bekannt. Er verstarb am 4. November
1973 seine Frau am 6. Februar 1976, beide ruhen am Wiener Zentralfriedhof.
Quelle: Archiv und Forschung des LE DROIT HUMAIN Österreich
Link:
Hans Hüber auf der Plattform WIEN GESCHICHTE WIKI
zurück zur Galerie der Erinnerung